|
Total renoviert ging im November 2009 das Café Reitschule in
Schwabing nach einem 10-monatigen Umbau
wieder an den Start. Der erste Eindruck: von außen unverändert,
von innen total neu. Stylish. Modern. Kühl. Ein echtes Münchner
Großstadtlokal auf Höhe der Zeit. Nach wie vor mit Blick auf
die Reithalle. Der zweite Eindruck: irgendwie ein Mischmasch aus modernem
Nobelrestaurantambiente und unspektakulärem Ikea-Krankenhaus-Café.
Uns fehlt das rechte Wohlfühlflair. Keine Kerzen. Betonbalkenflair
mit Stuckelementen. Naja.
Laut Betreiberaussage wurde eine siebenstellige Summe in den Umbau investiert.
Da sollten ein paar Tausender für eine gescheite Serviceschulung
der ganz in weiß gekleideten Mitarbeiter auch noch drin sein. Schon
von dem Umbau erlebten wir hier teils haarsträubenden Service. Und
nach dem Umbau? Die Speisenkarte wurde uns recht schnell gereicht. Allerdings
fehlen in dieser Karte die Getränke. Also die zweite Karte angefordert.
Das Essen klingt etwas ungewöhnlich bayrisch-international ("Rindertafelspitzsülze
in der Gugelhupfform"), die Preise für Vorspeisen und Salate
um die 10 Euro. Hauptgerichte zwischen 15 und 25 Euro. Wer sich mit der
Auswahl etwas schwer tut - es gibt auch "Klassiker" wie das
Wiener Schnitzel (EUR 16,90) oder ein Clubsandwich (EUR 9,90).
Doch zurück zum Service. Nach 10, 20, ja 30 Minuten warten auf ein
"Clubsandwich" wurden wir gefragt, ob wir noch was trinken wollen.
Ja, hallo, hier fehlt doch das Essen! Andere Gäste an den Nachbartischen
die nach uns kamen haben schon längst das Essen auf dem Tisch. Ach
ja, es wurde in der Küche schon reklamiert. Kurz darauf heißt
es, der Bon wurde in der Küche nicht ausgedruckt. Ein Espresso auf's
Haus soll uns beruhigen. Blöd, dass wir aber jetzt auf keinen Espresso
stehen. Nun gut, nach 40 Minuten kam ein durchaus leckeres, gut portioniertes
Clubsandwich. Das muss man der Küche lassen. Bezüglich der "Wiedergutmachung"
musste die ansonsten nette Bedienung erst zwei mal Rücksprache halten.
Was für ein Armutszeugnis. Liebe Wirte, gibt Eurem Personal bitte
an die Hand, wie man mit Gästen professionell umgeht. PS: am typischen
Reitschule-Besucher hat sich auch nach dem Umbau wenig geändert,
im Gegenteil, der Laden dürfte noch mehr Schickis, schöne Mädels
und Business-Leute anziehen. (Stand: 18.11.2009)
|