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Als Zutaten nimmt man ein junges, Gastronomie-erfahrenes Ehepaar (sie
Konditorin und Patissier, er "ein junger wilder Koch" mit Stationen
im Cocoon, G-Munich und etlichen weiteren Restaurants und Hotels), ein
kleines, überschaubares "Ladenlokal-Restaurant" in der
Au und fertig ist das "Show Room"-Konzept.
Nun ja, ganz so schnell erklärt sich das kleine "Gourmetrestaurant"
nicht. Doch der Reihe nach. Das Restaurant ist gemütlich eingerichtet,
Kerzenschein und Wandlichtleisten sorgen für eine angenehme Beleuchtung,
blanke Holztischchen und der schon etwas arg abgewetzte Holzboden allerdings
nicht für viel Exklusivität. Aber vielleicht wollen die Betreiber
das hier auch bewusst nicht.
Der Umgang mit den Gästen ist freundlich, sehr locker, vielleicht
sogar ein bisschen zu viel laisse fair
eine fixe Speisenkarte gibt
es nicht, sondern die "sprechende Speisenkarte" - und das ist
der Küchenchef höchstpersönlich. Er kommt an den Tisch
und erkundigt sich, auf was die Gäste Lust haben und wie viel Gänge
sie Essen möchten. Natürlich hat er etliche Ideen parat und
sagt auch, ob er z.B. Thunfisch, Jakobsmuscheln, Milchkalb, Lamm, Perlhuhn,
Kaninchen oder was auch immer im Hause hat. Daraus stellt man sich seine
individuelle Menüfolge zusammen, oder man lässt sich ganz einfach
auf ein "Überraschungsmenü" ein. Für 4 Gänge
berechnete man bei unserem Testbesuch EUR 58,-- pro Person. So weit, so
gut.
Los ging es nicht etwa mit einem "Gruß aus der Küche",
sondern gleich mit der ersten Vorspeise. Thunfischtartar. Lecker, aber
nichts spektakuläres. Und von der "Miniportion" eher tatsächlich
mit eine Gruß aus der Küche zu verwechseln. Danach eine recht
lange Wartezeit auf den 2. Gang: Kaninchen. Hauchzart und mit "13
Jahre altem Balsamico" verziert. Das Lokal war mittlerweile komplett
belegt und die Küche kam immer mehr in zeitlichen Verzug. Kein Wunder,
angeblich ist Chefkoch Andreas Schweiger doch tatsächlich völlig
alleine am Werkeln. Das kann aber keine Entschuldigung für den Gast
sein, denn der kann bei diesen Preisen einen perfekten Ablauf erwarten.
Zwischendurch gab's wenigstens ein Apfelsorbet. Und endlich: der Hauptgang
(Milchkalb) entschädigte für das lange Warten. Sehr feines Fleisch
an leckeren Gemüse mit "13 Jahre altem Balsamico" verziert
(schon wieder...). Danach noch ein relativ bald serviertes Schoko-Kuchen-Eis-Dessert.
Bis wir dann die (erst mal völlig falsch ausgestellte) Rechnung bezahlen
durften, verging nochmals eine gute Weile. Unsere Jacken durften wir bei
der völlig überbelegten Mini-Gardarobenleiste dann selbst rauswühlen.
Fazit: der "Show Room" bietet eine durchaus leckere, niveauvolle
Küche für Individualisten, bei unserem Testbesuch haperte es
aber derart mit dem zeitlichen Ablauf des Menüs, kein Gruß
aus der Küche, Schwächen im Service (kein Wasser nachschenken,
Rechnung, Gardarobe)
und bei EUR 58,-- für ein 4-Gang-Menü
darf man durchaus etwas anspruchsvoll sein. (Stand:
26.2.2008)
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