Die Gastro-Award Idee an sich ist bestimmt sehr begrüßenswert: die
Wirte melden sich mit dem Erwerb von teuren Galakarten bei den Gastro-Award
Testern an, lassen mehr oder weniger objektive Tests über sich ergehen
und hoffen in der jeweiligen Testkategorie am meisten Punkte zu erhalten
und somit den "Wirte-Oscar" einzuheimsen. Um dem ganzen Geschehen gerecht
zu werden ist natürlich noch eine Big-Party notwendig, um die Verleihung
des "Wirte-Oscar's" in Szene zu setzen - und hier fängt die kommerzielle
Meisterleistung des Veranstalters an...
Ausschlaggebend für den Veranstaltungsort sind große Räumlichkeiten,
denn je mehr Leute man "reinpacken kann", desto steiler verläuft die
Gewinnkurve. Die Eisbach Filmstudios sind unter diesem Gesichtspunkt
eine gute Wahl, die miese Lage der Studios und das "Gewerbegebiet-Ambiente"
sicherlich nicht.
Die Preisverleihung unter der Moderation von Sanja Nowara und Barry
Werkmeister zog sich mit fragwürdigem Gerede hin und die "Preisübergeber"
(u.a. Roberto Blanco, Manfred Nerlinger) rissen keinen der Gäste vom
Klappstuhl. Über das angebotene Fisch- bzw. Fleischmenü konnten so etliche
Gastronomen nur breit grinsen, davon abgesehen, daß der zwar freundliche,
aber völlig überforderte, lahme und vergessliche Service die einzelnen
Gänge mit rund einer Stunde Pause über teils Biergartentische hievte.
Der im Gastro-Award Magazin abgedruckte Satz "Die Getränke können die
Wirte zu vernünftigen Preisen frei wählen" amüsierte besonders: "vernünftig"
waren die Preise (Wein ab DM 95, Champagner ab DM 185) für die Veranstalterkasse,
nicht für die Gäste.
Sicherlich, so ein Event kostet Geld, die Einnahmen durch die hohe Anzahl
der Sponsoren, Getränken und Gala- bzw. Partykarten liegen jedoch geschätzt
im überwiegenden Bereich. Wirklich toll hingegen ist, daß bei solch
einer Veranstaltung sonst oftmals konkurrierende Wirte zusammentreffen,
nette Gespräche führen und einfach mal wieder einen Abend etwas anderes
erleben.
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