Auf der Jagd nach dem Stern quartierten
wir uns im "Romantik Hotel Fürstenhof" in der niederbayerischen
Stadt Landshut ein. Das Fürstenhof Restaurant wurde in den letzten
Jahren immer wieder mit einem Michelinstern ausgezeichnet
doch wir
mussten feststellen: Michelinstern ist nicht gleich Michelinstern.
Das "Romantikhotel" liegt an einer viel befahrenen Durchgangsstraße,
ca. 10min Fußmarsch von der netten Landshuter Innenstadt entfernt,
die Nachbargebäude sind schlichtweg hässlich. Das alte Hotel
empfängt einem mit zig Auszeichnungen von allerlei "Gastronomieführern"
im Eingangsbereich. Nach dem freundlichen Check-In begibt man sich den
"Trimm-Dich-Pfad" nach oben zu den Zimmeretagen. Der Pfad ist
ein nettes Wort für den Treppenaufstieg - es gibt keinen Lift - über
verschmutzte Teppiche bis in den 3. Stock. Die Zimmer sind größententeils
im Sommer 2007 renoviert worden. Leider hat man wohl bei der Renovierung
das Bad vergessen. Blaue Fliesen, blaues Waschbecken, blaue Kloschüssel.
Die Klimaanlage funktionierte nicht. Das als "ruhig" bestätigte
Zimmer mit Fenster zur Hausseite bekommt den Straßenlärm voll
ab. Das Zimmer selbst ist mit schönen Möbeln und Flat-TV ausgestattet.
Bevor wir zum Restaurant kommen noch ein Wort zur Kellersauna. Wer den
Charme der 60er Jahre Massivholz-Kellersaunen sucht wird in der Fürstenhof-Sauna
bestens bedient. Eines muss man der kleinen Sauna jedoch lassen: Schwitzen
tut man hier richtig gut.
Doch nun zum eigentlichen Besuchsgrund: das mit einem Michelinstern ausgezeichnete
Restaurant. In der angestaubten Stube mit den massiven Lampen wurden wir
in der Tat mit "James Bond-Hintergrundmusik" und Plastikefeu-Tischschmuck
empfangen. Sehr romantisch
?! Das 4 Gänge-Gourmetmenü startete
mit einem kleinen unspektakulären Gruß aus der Küche.
Danach folgte ein "Carpaccio vom Semmelknödel mit geräucherter
Wachtelbrust und einem Salat von Pfifferlingen". Geschmacklich gut,
aber wahrlich kein Highlight. Überzeugender war die "Fenchel-Orangen-Suppe
mit gebackenem Riesengarnelen-Wantan.

Absolut enttäuschend das
Hauptgericht: "Gebratene Lachsschnitte Label Rouge an einer weichen
Olivenpolenta mit Zweierlei von der Tomatensauce. Bitte nicht falsch verstehen,
der Lachs schmeckte durchaus lecker, aber ist das die Form Hauptgericht,
die man sich bei einem Michelin-Sterne Restaurant vorstellt? Wirklich
nicht. So ein Fisch gibt es im Supermarkt aus der Gefrierpackung genauso
gut.
Das Dessert "Creme von eigenen Cassisbeeren mit karamellisierten
Strudelblättern" war ebenso überhaupt kein krönender
Abschluss, eher langweilig ohne wahre Raffinesse. Danach noch Käse
oder Pralinen? Absolute Fehlanzeige. Der Service agierte freundlich, mehr
aber auch nicht.
Nach der Gestaltung des Abendessens verwunderte das Frühstücksbuffet
nicht weiter... sehr kleines Buffet, Joghurt aus dem Pappbecher, steinharter
Honig, kleiner Brotkorb mit verschiedenen Semmeln, Brezen, trockener Kuchen.
Also wie gesagt: das Abendessen ist okay, aber bei einem sogennanten Sternerestaurant
kann man einfach mehr erwarten. Mehr Raffinesse, mehr Gäste-Umsorgen,
kleine Überraschungen und "Aha-Momente".
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