| Die gastroguide-Kolumne über schlechtes Benehmen in Wellnessbereichen |
Auf der Jagd nach den Wellnessproleten |
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So kommt man sich teilweise vor. Egal ob in Deutschland, Österreich oder Südtirol. Egal welche Nationalitäten. Egal in welchem Art von Wellnesshotel. Nach etlichen Redaktionsbesuchen in zig Wellnesshotels in Bayern, Österreich und Südtirol erschüttert uns eigentlich nicht mehr viel. Es geht nicht um das Hotel, die Qualität von Essen oder Servicepersonal. Es geht schlichtweg um das Benehmen der Gäste im Hotel. Konkreter das "Nichtbenehmen" in den Wellness-, Pool-, Sauna- und Ruhebereichen. Wir möchten nicht alle Gäste über einen Kamm scheren, die meisten, wenn nicht sogar der überwiegende Teil, verhält sich relativ gesittet und rücksichtsvoll, der Umgebung eines Ruhe- und Erholungsbereichs durchaus angepasst. Aber dann gibt es diesen Typus von Gast, der die anderen Gäste einfach nur nervt. Genauer gesagt muss man von unterschiedlichen "Nervtypen" sprechen. Es gibt nämlich genug falsche, einfach völlig unangebrachte Verhaltensweisen, die in einem Wellnessbereich nichts zu suchen haben. Punkt. So einfach ist das. Doch was zeichnetet die "Nervtypen" genau aus? Nun ja, da gibt es eine Reihe von Erlebnissen.
Zu den Klassikern zählen Leute, die sich in Badebekleidung in die Sauna setzen. Da heißt es beim Betreten des Saunabereiches noch freundlich auf einem Hinweisschild "Nacktbereich: Wir bitten Sie, den Saunabereich ausschließlich ohne Badebekleidung zu nützen." Das hilft alles nichts. Vielleicht meinen es die Bikini-Saunagängerin und ihr Schwimmshorts-Begleiter ja nur gut und wollen den anderen ihren nackten Anblick ersparen? Achso. Wer sich nackt nicht erträgt, soll bitte auch in keine Sauna gehen! Doch noch viel schlimmer sind rücksichtslose Unruhegeister im Ruheraum. Keiner sagt was, wenn man zwei, drei Sätze im Flüsterton mit seiner Begleitung wechselt. Doch dabei bleibt es ja bei vielen nicht. Regelrechte "Kaffeekränzchen" mehrerer Ratschweiber haben wir schon in diversen Ruhebereichen erlebt. "Damen auf Wellnesswochenende". Dabei ist es eher ein "Im-Relax-Bereich-Ratsch-Wochenende". Wellness erleben die daheim gebliebenen Männer. Die haben nämlich endlich mal ihre Ruhe! Regelrecht unverschämt der Typus "handysüchtig". Haben wir es doch immer wieder erleben dürfen, dass plötzlich irgendjemand im Ruhebereich, mitten auf der Liege, sein Handy nimmt und zum Telefonieren beginnt. Ganz zu schweigen von denen, die ihr Handy nicht einmal auf lautlos stellen. Da ärgert man sich noch über die Ratschweiber (die aber im Moment im Bikini in der Sauna sitzen) und versucht gerade ein bisschen Einzuschlummern, reißt einem ein voll polyphones "I`m a Barbie Girl " vom Relax-Wasserbett. Da es aber ein "Ratschweiber-Handy" ist, bimmelt es natürlich ungezügelt weiter, weil, richtig, die Ratschweiber sitzen ja im Bikini in der Sauna und ratschen dort, zum Leidwesen eines nackten, ruhigen Pärchens, einfach weiter Eher harmlos der Typus "Badeschlappen-auf-Sauna-Holz-Sitzer". Und sein Fußpilz macht sich in seinen Badeschlappen auch besser, als wie auf öffentlichem Saunaholz. Sie denken jetzt, normalerweise hat man doch ein Saunatuch unter seinen Füßen? Ja, normalerweise schon, aber der Wellnessprolet doch nicht. Dann gibt es Leute, die doch tatsächlich im kleinen Saunaaußenbereich noch die Frischluft mit ihren Kippen verpesten müssen. Es ist ja immerhin schon löblich, dass sie überhaupt draußen rauchen und nicht gleich direkt unter der Erlebnisdusche im Innenbereich. Auch wenn wir schon zerdrückte Kippenstummel im "Tepidarium-Ruhebereich" vorgefunden haben. Und nichts gegen Kinder im Saunabereich. Wenn sich zivilisiert benehmen und in Begleitung ihrer Eltern da sind. Aber da fängt ja schon oft das Problem an: was wollen sie von einem Wellnessproleten-Elternpaar erwarten? Die Kinder können ja oft gar nichts dafür. Interessant sind auch Eltern, die ihre Kinder nicht in die Sauna mitnehmen, aber trotzdem dabei haben. Wie meinen? Ja, auch das geht. Und zwar mit dem Funk-Baby-Phone. Wir durften uns tatsächlich schon mal Funkrauschen gepaart mit Kleinkindergeschrei aus dem kleinen weißen Kästchen in der Hotel-Bio-Sauna anhören. Unglaublich. Aber wahr. Und noch so ein Erlebnis der Extraklasse. Vier Österreicher um die Mitte dreißig setzten zu einer Fotosession im Ruheraum an. Die eine mit der anderen auf der Liege. Klick, und Blitz. Der eine mit der anderen auf der Liege. Klick, und Blitz. Kein Schweinskram. Einfach nur so. Zwanzig Fotos mit der Spiegelreflex. Jedes Foto mit Blitz. Im Ruheraum rund fünfzehn andere Gäste. Fassungslos. Auf unsere Anmerkung "Das ist doch hier kein Fotostudio" die lapidare Antwort "Sie sind ja nicht auf dem Bild". Dann noch zwei, drei Bilder. Und dann hat doch endlich mal das Gewissen leise angeklopft und die vier sind unverschämt lachend davon gezogen. Peng. 1:0 gegen die Wellnessproleten. Seien Sie immer schön auf der Jagd (ch) |
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War ich zu
gemein? Oder ist alles noch viel schlimmer? Schreiben
Sie mir!
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PS: Wer ältere Texte aus der Kolumne "Salz
& Pfeffer" sucht, sollte mal im "etc..."-Bereich
vorbeischauen.
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Stand: 1.12.2007
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